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Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.
09.03.2009 (aktualisiert am 00.00.0000)

Kein 2. Golfplatz am Cossi! Keine weitere Privatisierung der Erholungsflächen! (Januar 2009)

Nachdem bereits in den letzten Jahren am Cospudener See die Flächen für die Natur immer weiter beschnitten wurden, sollen nun weitere Flächen umgewidmet und intensiv genutzt werden. Diese fortgeführte Salamitaktik der immer weitergehenden Aushöhlung der Festlegungen der Braunkohleplanung und der fortschreitenden Übernutzung können und werden die Umweltverbände nicht hinnehmen!

Laut LVZ vom 29.1.2009 plant ein Investor den Neubau eines Hotels mit Golfplatz am südlichen Cospudener See. Diese Fläche ist im Braunkohlenplan in der letzten geänderten Fassung zum größten Teil als Vorbehaltsfläche für die Waldmehrung und am Ufer als Erholungsfläche ausgewiesen. Eine solche Widmung ist mit der Nutzung als Hotelstandort und Golfplatz nicht zu vereinbaren! Die Leipziger Umweltverbände protestieren gegen diese weitere Aushöhlung des Naturschutzes am Cospudener See.

"Seit Jahren werden die in den ursprünglichen, von den Umweltverbänden voll mitgetragenen, Braunkohlenplänen für Natur und Landschaft vorgesehenen Flächen stetig weiter verkleinert. Wenn es so weitergeht, bleibt für wirkliche Natur kein Platz mehr. Dabei wollen viele Menschen in ihrer Freizeit Natur genießen – und suchen keine verlärmten und übernutzten Erholungsgebiete", erläutert Philipp Steuer, Geschäftsführer des Ökolöwen, die Beweggründe seines Vereins. "Außerdem werden wiederholt erfolgreiche Aufforstungsflächen wieder überplant und überbaut. Erst kam Belantis auf die südwestlich gelegene, bereits aufgeforstete Kippenfläche, nun soll die nächste erfolgreiche Aufforstungsmaßnahme am Südoststrand wieder zerstört werden. Dabei liegt der nächste Golfplatz keine 1.000 Meter vom avisierten Planungsgebiet entfernt!"

Das Gebiet am Cospudener See eignet sich gut, um artenreiche Natur zu erleben, und ist leicht von Markkleeberg und auch von Leipzig aus mit dem Rad, zu Fuß und per ÖPNV zu erreichen. Wenn dort Natur zerstört wird, werden den Anwohnern attraktive Naherholungsgebiete genommen. Sie werden dann ins Auto gezwungen, um sich in attraktiver Natur zu erholen. Lebensqualität soll dem Gewinnstreben geopfert werden.

Ein konventioneller Golfplatz ist keine Naturfläche. Düngemittel- und Pestizideintrag sowie die "3mm-Pflege" führen dazu, dass ein Golfplatz für ungeübte Augen wie ein Stück Natur aussieht – er ist aber weit davon entfernt! Deswegen ist der vom Gesetz geforderte Ausgleich auch mehr als gerechtfertigt. Zumal der Waldanteil der Region Leipzig deutlich unter dem Landesdurchschnitt und dem Waldmehrungsziel des Freistaats liegt. Statt waldlose Erholungsflächen auf Kosten der Natur für wenige Nutzer zu genehmigen, fordern wir den Erhalt des entstehenden naturnahen Erholungswaldes für alle.


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