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Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.
23.12.2011 (aktualisiert am 23.12.2011)

Stoppt den Neubau der B 87

Stoppt den Neubau der B 87

Per LKW durch die Partheaue? Umweltdesaster durch die Hintertür


„Man geht ganz einfach immer dem Lauf des Flusses nach. Es ist dies ein lohnendes Unternehmen, durch diese an eigenartigen Schönheiten so reiche Landschaft zu wandern, dass es wahrlich zu verwundern ist, wie wenigen Menschen man begegnet.“ (Gustav Hennig, 1789-1869)

Mit diesen Worten beschrieb der Maler Gustav Hennig vor über 100 Jahren einen Spaziergang durch die Parthenaue vor den Toren von Leipzig. Bis heute hat diese Landschaft nichts von ihrer magischen Schönheit eingebüßt. Doch dieses landschaftliche Idyll ist nun in Gefahr!

Wenn es nach dem Willen des sächsischen Autobahnamtes geht, wird ab 2015 eine vierspurige Schnellstraße die Parthenaue zerschneiden und den Lebensraum zahlreicher Tier- und  Pflanzenarten endgültig zerstören. Die Tatsache, dass nach langer Diskussion und etlichen Alternativvorschlägen die so genannte Südvariante der geplanten B87n nach Torgau nun doch wieder bevorzugt wird, ist ein ökologisches Desaster. Denn nicht nur die Parthenaue ist gefährdet, sondern auch eine einzigartige Endmoränenlandschaft, eines der größten unzerschnittenen Landschaftsschutzgebiete in Westsachsen.

Dabei hatte der regionale Planungsverband Westsachsen (RPV) im Rahmen der Teilfortschreibung auf mehr als 4000 Einwendungen aus Bevölkerung und Wirtschaft reagiert und nach Abwägung und Prüfung der Sachverhalte eine erneute Querung der Parthenaue in diesem Gebiet absolut ausgeschlossen. Für den so genannten „atypischen Fall“, in dem eine Querung der Parthenaue unvermeidlich sein sollte, dürften lediglich die bereits bestehenden Trassen genutzt werden. Auch das Bestreben des sächsischen Wirtschaftsministeriums, ein NEUE Querung der Parthenaue zuzulassen, wurde vom RPV zunächst einstimmig abgelehnt.

Die sächsische Regierung jedoch schien mit diesem Ergebnis nicht zufrieden und erteilte kurzerhand die Genehmigung „Teilfortschreibung des Regionalplanes Westsachen“ nur unter der Bedingung, dass die B87n nun doch mitten durch die Parthenaue führt! Diesem Umweltwahnsinn stimmte der RPV dann völlig unerwartet einen Tag vor Ablauf der gesetzlichen Widerspruchsfrist zu. Damit widerrief er seine ursprüngliche, fachlich kompetente Entscheidung und stellte sich gegen die sämtlichen bisherigen Erkenntnisse! Hier fragt man sich, ob die Wünsche der Bürger nur dann berücksichtigt werden, wenn sie die vom sächsischen Autobahnamt gewünschten Ergebnisse bringen?

Dabei ist die generelle Notwendigkeit einer neuen Straße in diesem Ausmaß keineswegs unumstritten. Das Ziel eines Straßenneubaus, die Fahrzeit zwischen Leipzig und Torgau auf unter 60 Minuten zu verkürzen, wäre bereits durch den  Ausbau der bestehenden B87 mit Ortsumfahrungen gegeben! Die Grundlage der Planung bilden darüber hinaus völlig veraltete Verkehrsprognosen und falsche Annahmen zum Bevölkerungswachstum in der Region. Laut einer im Sommer ausgeführten Studie der IHK profitieren außerdem lediglich 4,5 Prozent aller angeschriebenen Unternehmen von einer solchen Straße. Welche - für die Öffentlichkeit undurchsichtigen - Wege werden also hier beschritten?

Bürgerinitiativen und Anwohner machen nun verstärkt mobil. Infoveranstaltungen, Theaterstücke, Baumpflanzungen und ein wöchentlich stattfindender Autobahnstammtisch sind nur einige der Aktionen, die in den letzten Wochen auf diese Missstände aufmerksam machen sollten.

Weitere geplante Aktionen, um die öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen und die zuständigen Behörden von der Relevanz der Bürgermeinung zu überzeugen, sind:

- ein Neujahrsspaziergang am 01.01.2012 um 14 Uhr in Panitzsch, Parthe-Brücke bzw. an der Kirche Taucha

- eine Demonstration am 19.01.2012 um 15.15 Uhr auf dem Augustusplatz in Leipzig

Um Unterstützung vor allem in Form der Teilnahme an diesen Aktionen wird ausdrücklich gebeten!

Weitere Informationen der Initiativen:
www.von-der-parthe.blogspot.com
www.alternative-b87.de
www.pro-parthenaue.de

Aufruf zur Demonstration am 19. Januar 2012 Aufruf zur Demonstration am 19. Januar 2012 (47 kB)


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