>> Cospudener und Kulkwitzer See
Kulkwitzer See muss naturnahes Naherholungsgebiet bleiben
Derzeit erhitzt die öffentliche Auslage des B-Plans Nr. 232 die Gemüter um den "Kulki". Seitens der Stadt Leipzig wurde der Plan mit einigen Änderungen und Nachbesserungen ausgestattet. Bei der “Neufassung“ des B-Planes handelt es sich aber im Großen und Ganzen um den alten Plan mit nur wenigen Ergänzungen unterschiedlicher Güte.
Zwar ist nun vorgesehen, dass es für die Öffentlichkeit erlaubt sein soll, “private Grünflächen“ mit der Zweckbestimmung “Touristische Infrastruktur“ frei zu begehen. Aber das wird sich nicht durchhalten lassen. Wenn die zahlenden Gäste sich über Belästigungen durch sich erholende Gäste beschweren, werden die Investoren alles daran setzen, durch Zäune u.ä. nicht zahlende Anwohner auszusperren, um ihren Umsatz zu sichern. So wurde bereits erholungssuchenden Grünauern der Zugang zur Campinghalbinsel und den Ferienhäusern durch Zäune verwehrt.
Nach wie vor ist die ehemalige (heute devastierte) Rinderzuchtanlage der LPG nicht mit im Geltungsbereich des B-Planes enthalten; gerade von ihr geht als Schandfleck auch ein großes Gefahrenpotential in punkto Vandalismus und weiterer Vermüllung der Landschaft aus. Zudem ist eine Regelung, die verworrene Grundstücksstruktur zu entflechten und neu zu ordnen, nicht enthalten.
Fraglich bleibt weiterhin, inwieweit im Vorfeld eine Kosten-Nutzen-Analyse hinsichtlich der Übernachtungskapazitäten angefertigt wurde, denn je mehr Angebote vorhanden sind, desto größer werden die Konflikte zwischen den Erholungssuchenden selbst.
Inzwischen wurde auch in Markranstädt ein vorzeitiger B-Plan angeschoben, der wie der Leipziger ganz einseitig von wirtschaftlichen Interessen geprägt ist. Es gibt offenbar auch keine Abstimmung mit Leipzig, sondern einen Wettlauf um Investoren und zahlende Touristen zu Lasten der Anwohner.
Der Ökolöwe fordert daher zusammen mit dem BUND Leipzig und dem NABU-Regionalverband eine abgestimmte Planung von Markranstädt und Leipzig mit dem Ziel, das Gebiet um den See vorrangig als Naherholungsgebiet für die Anwohner zu entwickeln. Ferieneinrichtungen und Anlagen für zahlende Touristen dürfen nur zugelassen werden, wenn sie die Naherholungsmöglichkeiten für die Anwohner weder beeinträchtigen noch diese stören. Dabei muss die Natur am See erhalten werden. Englischer Rasen und Ziersträucher haben mit artenreicher, freier Natur als Erlebnisraum für die Bürger nichts zu tun.
Wir werden wie am Cospudener See alles daran setzen, diese Pläne zu verhindern und fordern alle Anwohner auf, mit uns gemeinsam Vorstellungen für die Entwicklung des Natur- und Naherholungsgebietes am Kulkwitzer See und auch die Ansiedlung von Investoren im Interesse der Anwohner zu entwickeln. Der See ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Menschen, die in seiner Nähe wohnen und muss es auch bleiben!
Wichtig ist es dazu auch, gemeinsam mit Bürgern, Geschäftsleuten und Behörden nach neuen Wegen zu suchen, Vandalismus am See zu bekämpfen. Auch darüber wollen wir reden, wenn es um die Zukunft des Kulkwitzer Sees geht.
Weitere Informationen unter www.kulkwitzersee.com !
Foto: Elke Göbel, kulkwitzersee.com
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